Gartenwege - Sabines Gartentagebuch

Sonntag, 6. April 2003

Mini-Treibhaus

Als ich vor einiger Zeit dieses Mini-Treibhaus inklusive Anzuchterde und einigen Samentütchen entdeckte, musste ich es natürlich kaufen. Und dann konnte ich es kaum abwarten, etwas einzusäen. So wuchsen also seit Ende März im Wohnzimmer Kapuzinerkresse, Tomaten und Löwenmäulchen heran. Allerdings hatte ich viel zu früh damit begonnen, denn als nun die Kapuzinerkresse schon an den Deckel stieß, war es noch viel zu früh, um sie nach draußen zu pflanzen. Also topfte ich sie um und stellte diese Töpfchen erst einmal auf die Fensterbank. Genauso erging es mir mit den Tomaten. Merke fürs nächste Jahr: nicht zu früh aussäen!

Dienstag, 8. April 2003

Wachstumskontrolle und Ausgrabungen

Bestimmt kennen das die Gartenbesitzer - zumindest diejenigen, die noch nicht allzu lange einen Garten ihr Eigentum nennen können. Sobald die Außentemperaturen steigen und die Sonnen verstärkt strahlt, fängt die Natur an, aus dem Winterschlaf zu erwachen. Spannend beobachtet man die Sträucher, die neue Blätter bekommen und begutachtet alle winzigen grünen Triebe, die sich in der Erde zeigen. Und an manchen Tagen im Frühjahr geht es soweit, dass man aus dem Auto aussteigt und direkt vom Carport in den Garten geht - nur mal kurz schauen, ob sich im Laufe des Tages schon wieder etwas verändert hat.
Vor allem Anfänger stehen da natürlich oft vor einem Rätsel: Unkraut oder nicht? Viele Stauden verschwinden über den Winter so weit, dass oberirdisch gar nichts mehr zu sehen ist. Tja, und wenn man dann nicht mehr so genau weiß, wo sich welche Pflanze befunden hatte …
Ich bin kürzlich völlig überraschend fündig geworden. Eigentlich wollte ich nur eine kleine Zypresse einpflanzen. An einer Stelle, an der im letzten Jahr nichts anderes war. Schließlich hatte ich vorher noch einmal ausführlich die Gartenfotos angeschaut. Ich grub also nur ein kleines Loch für die Zypresse - doch halt, da befanden sich Wurzeln! Hm, ja, nachdem im Januar die Beete entlang der Nachbarsgarage aufgegraben und wieder zugeschüttet (und eingepflanzt) worden waren, konnte es schon sein, dass sich eine Pflanze dorthin verirrt hatte. Aber welche??? Nun gut, dachte ich mir, die Zypresse soll dort sitzen, dann nehme ich diese Wurzeln und pflanze sie weiter vorne ins Beet. Denn dort ist garantiert nichts. Also wieder ein Loch gegraben (übrigens mit meinem kleinen handlichen Gartenset von Ikea), ach nee - welche Pflanze ist nun das? Überraschungen über Überraschungen. Das wird mit Sicherheit ein interessantes und spannendes Gartenerlebnis.
Und ich mache auch jeden Tag meine kleine Runde durch den Garten und schaue, wie alles wächst.

Samstag, 19. April 2003

Beetkante und Umzug der Regentonne

Zwischen dem Schotter unter dem Carport und dem daneben liegenden Beet gab es bisher keine Trennung, was ziemlich unsauber aussah. Unser Nachbar hatte aber noch Betonkanten übrig, die nun dort als Abgrenzung einbetoniert sind.

Die Regentonne stand bisher am linken vorderen Balken des Carports. Da wir demnächst links und vorne Sichtschutzzäune anbringen wollen, stand sie im Weg und ist daher an die Gartenhütte umgezogen. Ein etwas weiterer Weg, um die Gießkanne zu befüllen, aber man sagt doch “Jeder Gang macht schlank.”

Samstag, 26. April 2003

Frühlingsimpressionen

So nach und nach kommen die Stauden wieder aus der Erde und fangen an zu wachsen. Täglich schaue ich nach, ob ich ein neues Grün entdecke, das aus dem Boden sprosst.

El Tonno

Spätestens nach der Umstellung der Abfallwirtschaft und -gebühren hier in der Region Hannover war für mich klar, dass wir einen Komposter im Garten haben werden. Bis Ende letzten Jahres konnten Grünabfälle kostenlos in den Wertstoffhöfen abgegeben oder in die Wertstoffsäcke zur Abholung verpackt werden. Seit Anfang des Jahres allerdings sind auch Grünabfälle kostenpflichtig. Entweder man kauft die Biosäcke (für ca. 40 Cent das Stück) oder bringt sein Grünzeug zum Wertstoffhof, wo es abgewogen wird und man dann den entsprechenden Preis dafür bezahlt. Als Gartenbesitzer hat man in der Regel häufiger Rasenschnitt, Verwelktes von Pflanzen und dazu natürlich auch die Küchenabfälle. Also machten wir uns letzte Woche auf zum Baumarkt, um nach einem Komposter Ausschau zu halten. Wir hatten schon ein schwarzgraues Modell zum Zusammenbauen auf den Wagen gepackt, entdeckten dann aber etwas abseits eine attraktive grüne Tonne. Auf den ersten Blick war nicht eindeutig zu erkennen, wie teuer sie sein sollte, aber zum Glück waren an den Tonnen Preisschilder aufgeklebt. Nur zehn Euro mehr als das schwarzgraue Teil sollten sie kosten und hatten sogar einen Boden. Zur gleichen Zeit mit uns war ein altes Ehepaar dort auf der Suche nach einem Komposter. Nein, kein älteres Ehepaar, denn wenn ich mir unsere Eltern so anschaue, müssen die beiden bestimmt an die achtzig gewesen sein. (O-Ton Jörg: “So wie wir in vierzig Jahren, wenn wir einen neuen Komposter kaufen.”) Sie entschieden sich auch für die grüne Tonne von Milko. Jörg war ihnen behilflich, die Tonne und alle dazugehörigen Teile auf den Wagen zu packen und ich reichte ihnen noch die Bedienungsanleitung dazu, die ich zufälligerweise auf der anderen Seite des Regals entdeckt hatte. Wir kriegten noch mit, dass die beiden überlegten, ob sie die Tonne in ihr Auto bekommen. Er sagte: “Na ja, dann muss ich den Sitz verstellen …” Ich hoffe, sie haben es geschafft, das Ding zu transportieren, denn bei einem “normalen” Auto mit vielleicht nur zwei Türen würde sich das sicherlich etwas schwierig gestalten. Bei uns steht “El Tonno” nun neben dem Gartenhaus und wir haben es (oder ihn?) schon befüllt.