Gartenwege - Sabines Gartentagebuch

Montag, 8. März 2004

Garteneinkäufe

Heute habe ich wieder einmal ein Super-Schnäppchen bei Lidl gemacht. Dort gab es ausziehbare Pflanzspaliere aus Holz für nur 9,99 Euro. Das vorletzte habe ich mir in den Wagen geladen, zusammen mit einem Blumenkübel und einem Blumenkasten aus Kunststoff, jeweils mit Untersetzer und das Set für sagenhafte 2,99 Euro. Ich glaube, jetzt bin ich für die Gartensaison bestens versorgt. Leider habe ich durch meine Krankheit das Rosenangebot bei Aldi verpasst, aber da werde ich woanders mit Sicherheit noch fündig werden.

So sieht das Spalier aus, es ist übrigens 105 cm hoch. Fotos davon aus meinem Garten gibt es aber frühestens im Mai.

Sonntag, 14. März 2004

Was für ein Sonntag!

Anstelle des angesagten Regens hatten wir strahlend blauen Himmel, nur mit ein paar Wölkchen überzogen. Das Thermometer zeigte 14 Grad, aber in der Sonne war es viel wärmer. Wir haben nach dem späten Frühstück ein wenig im Garten gewerkelt. Während Jörg das Gartenhaus aufgeräumt hat, habe ich den Ranunkelstrauch und die Lavendelbüsche zurückgeschnitten. Und dann haben wir auch schon mal die Gartenmöbel auf die Terrasse gestellt.

Es war so angenehm, einfach nur in der Sonne zu sitzen, den Garten anzuschauen und die Katzen zu beobachten. Kater Sammy war natürlich auch mit draußen, allerdings drehte er nur einige Runden ums Haus und hielt sich ansonsten in unserem oder im angrenzenden Nachbarsgarten auf. Gern liegt er im Beet unter Nachbars Hängekätzchenweide (Katze unter Kätzchen, passt ja auch) und ist dort ziemlich gut getarnt - vor allem natürlich im Sommer, wenn der Strauch ein richtiges Blätterdach bildet.

Mittwoch, 24. März 2004

Wasser

Wie bewässert man einen Garten? Eine Möglichkeit ist es, gar nicht zu bewässern. Solange es ab und zu regnet, ist das kein Problem. Bei längerer Trockenheit, vor allem im Sommer, würde der Rasen trocken und gelb werden, sich aber vermutlich bei Regen wieder erholen. Man dürfte nur Sträucher pflanzen, die auch längere Trockenperioden ohne Probleme überstehen. Auf Sommerblumen allerdings oder etwa ein Kräuterbeet müsste man ganz verzichten, Kübelpflanzen kämen gar nicht in Frage. Also stellt man sich die Frage: Woher bekomme ich Wasser, um meine Pflanzen zu gießen? Das Wasser aus der Leitung ist zu teuer, und daher war unsere erste Anschaffung eine Regentonne. Sie ist jedoch recht schnell geleert und wenn es dann wieder regnet und sie aufgefüllt wird, braucht man das Wasser nicht zum Gießen. Eine weitere Möglichkeit ist ein Gartenbrunnen. Unsere Nachbarn verfügen über einen solchen, den wir im letzten Jahr mitbenutzt haben. Seit einiger Zeit tut sich dort allerdings nichts mehr, das heißt, es kommt kein Wasser mehr heraus. Außerdem wurde unmissverständlich klar, dass er - falls er wieder funktionieren sollte - auf keinen Fall für zwei Gärten ausreichen kann. Es muss also ein eigener Brunnen her. Gestern war am späten Nachmittag ein Brunnenbauer da, der sich den geplanten Standort anschaute. Wenn es klappt, wird er vielleicht schon am Samstag versuchen, das Wasser in der Tiefe vor unserem Gartenhaus anzuzapfen.

Donnerstag, 25. März 2004

Entscheidung auf dem Heimweg

Fahr ich hierhin oder dorthin, was erledige ich heute und was morgen? Soll ich dies oder das tun, oder nur eines der Dinge? Dann habe ich tatsächlich doch alles an diesem Nachmittag erledigt. Zuerst zu Obi gefahren, zwei apricotfarbene Zwergrosen gekauft, ebenfalls noch zwei Sechserträger Buchsbäumchen. Anschließend Geld geholt, damit am Samstag der Brunnenbauer bezahlt werden kann. Den nächsten Stop habe ich bei Penny eingelegt, weil ich doch noch ein paar der günstigen Rosen für 99 Cent kaufen wollte. Vier Stück wurden es, zwei rote Beetrosen und die beiden letzten gelben Kletterrosen. Anschließend habe ich bei Real drei große Säcke Blumenerde aus dem Sonderangebot gekauft. Dann hatte ich tatsächlich alles erledigt, was mir vorher durch den Kopf gegangen war.

Freitag, 26. März 2004

Vorbereitungen für den Brunnen

Unser Brunnen soll gespült werden, und dazu muss zunächst ein ca. ein Meter tiefes Loch in die Erde gebohrt werden. Außerdem wird ein Sammelbecken für das Spülwasser benötigt. Diese Arbeiten würde selbstverständlich der Brunnenbauer übernehmen, aber um Geld zu sparen, kann man es auch selbst machen.
Gestern hat Jörg schon die Grube für das Wasser gegraben.

Ein Bekannter von uns verkauft allerlei Motorgeräte (Duhm in Hemmingen) und verfügt auch selbst über eine umfangreiche Ausstattung. Er hat heute seinen Erdbohrer mitgebracht.

Nun geht es los: Die beiden Männer müssen ihre gesamte Kraft einsetzen, um den Bohrer zu halten.

Zwischendurch muss der Bohrer immer wieder herausgezogen werden und von der Erde befreit werden. Das geht gewaltig in den Rücken, denn mit der Erde ist das Gerät natürlich noch schwerer. Jetzt aber ist es fast geschafft.

Fertig ist das Loch für das Brunnengestänge.

Samstag, 27. März 2004

Es sprudelt

Kein Tag zum Ausschlafen, denn wir erwarteten den Brunnenbauer. Ich kochte Kaffee und bereitete belegte Brötchen vor. Zum Glück war es größtenteils sonnig, sonst wäre es recht ungemütlich gewesen. Morgens hatten wir wieder einmal Minustemperaturen gehabt. Eigentlich hatte ich Gartenarbeit eingeplant, die Beete müssen dringend vom Unkraut befreit werden. Aber mir war es doch zu kalt und so habe ich es verschoben, nur dem Brunnenbauer zugeschaut und alles fotografiert.
Im vorgebohrten Loch steckt bereits das erste Stück des Rohres.

Damit ein Brunnen gespült werden kann, braucht man natürlich Wasser. Dieses bekommen wir freundlicherweise vom Nachbarn.

Da ist das Becken schon recht voll.

Das nächste Stück Rohr ist aufgesetzt, durch den dicken Schlauch wird das Wasser von oben hineingepumpt.

Stück für Stück geht es nach unten. Hier muss wieder ein neues Rohr aufgeschraubt werden.

Acht Meter Tiefe sind schon erreicht, aber wird das genug sein? Sicher ist sicher, die Entscheidung fällt, noch einen Meter tiefer zu gehen, was dann allerdings das Maximum ist.

Zwischendurch prüft der Brunnenbauer immer wieder, ob lediglich Erde oder auch schon Kies nach oben gespült wird. Kies wäre ein gutes Zeichen, aber so richtig gut sieht es noch nicht aus.

Dies ist der Schlauch für den Brunnen. Das blaue Stück ist der Filter.

Der Kies wird in das Loch gefüllt und bildet die unterste Schicht des Brunnen.

Jetzt wird der Schlauch durch das Rohr bis ganz nach unten geschoben.

Jörg muss festhalten und aufpassen, dass der Schlauch nicht herausrutscht, während der Brunnenbauer die Vorbereitungen für das Herausziehen der Rohre trifft.

Mit Hilfe dieses Gestänges mit Flaschenzug werden die Rohre aus der Erde gezogen - trotzdem ist es Schwerstarbeit.

Endlich ist es geschafft, die Pumpe ist angeschlossen und jetzt wird es spannend. Doch es kommt so gut wie kein Wasser, ein dürres Rinnsal nur tröpfelt aus dem Schlauch. Der Brunnenbauer ist pessimistisch. Das sei nicht genug, sagt er, nein, da komme kein Wasser. Wir sind mehr als enttäuscht, überlegen, ob und wo wir einen weiteren Versuch machen könnten. Ich bin eher dagegen, denn jeder weitere Versuch kostet mehr Geld und wenn wir überhaupt keinen Erfolg haben, ist alles zum Fenster rausgeworfen. Ich “freunde” mich schon mit vielen Regentonnen auf dem Grundstück an, während Jörg mehr zu einer weiteren Spülung tendiert.

Dann meint der Brunnenbauer - ohne größere Hoffnung jedoch - man könne den Schlauch ein Stück herausziehen, vielleicht läge die wasserführende Schicht weiter oben. Keiner glaubt so recht daran, aber probieren kann man es auf jeden Fall. Und siehe da, der Wasserstrahl wird kräftiger und das anfangs bräunliche Wasser wird zunehmend klarer. Wir haben doch noch Glück. Da hätten wir uns sogar den zusätzlichen Meter - und jeder Meter kostet mehr - sparen können.

Das Wasser läuft noch schön gleichmäßig aus dem Schlauch und soll auch noch eine ganze Weile weiterlaufen, damit unten alles freigespült wird und sich das untere Ende richtig festsetzen kann. Es kommen zwar nicht die gewaltigen Wassermassen aus der Erde, aber für ein wenig Gartenbewässerung reicht es allemal.

Schon ist alles wieder abgebaut. McAqua, so der Name der Brunnenbaufirma, hat es heute nach eigenen Aussagen in Rekordzeit, nämlich in nur drei Stunden geschafft. Das lag natürlich auch an der guten Vorbereitung von Jörg.

Der Brunnenbauer ist weg, die eigene Pumpe ist angeschlossen und das Wasser läuft noch schön gleichmäßig aus dem Schlauch.

Ich war nach diesem Vormittag so erledigt, als hätte ich den Brunnen selbst gebaut. Dabei habe ich im Großen und Ganzen nur herumgestanden und ab und zu mal ein Foto gemacht. Und natürlich brannte mir wieder einmal das Gesicht; das kommt davon, dass ich jedes Mal die Kraft der Frühlingssonne unterschätze.

Montag, 29. März 2004

Endlich

Nachdem ich gestern auch nichts im Garten getan habe, wollte ich mich endlich diese Woche an die Arbeit machen - das passende Wetter dazu wurde ja vorhergesagt. Heute habe ich mich um die neu erworbenen Rosen gekümmert. Vier Stück kamen in den großen Pflanzkasten. Dort sitzt in der Mitte ein Geißblatt an einem Rankgestell und in die Lücken werde ich später noch Schleierkraut säen und eventuell noch Lavendel pflanzen.

Bei den Kletterrosen war ich bis gestern noch unschlüssig, wohin ich sie setzen sollte. Das kommt davon, wenn man etwas kauft, nur weil es billig ist. Ich habe sie also vorübergehend in einem Kübel untergebracht und dort können sie erst einmal ein wenig wachsen, während ich mir Gedanken über den endgültigen Standort mache. Meine Buchsbaumhecke muss leider noch warten. Sie soll den Beetabschluss zum Nachbarsgarten bilden. Eventuell werden unsere Nachbarn aber direkt daneben einen neuen Versuch mit einem Brunnen machen. Das warte ich lieber ab, es wäre zu schade, wenn durch die Arbeiten etwas kaputtgehen würde.