Gartenwege - Sabines Gartentagebuch

Samstag, 27. März 2004

Es sprudelt

Kein Tag zum Ausschlafen, denn wir erwarteten den Brunnenbauer. Ich kochte Kaffee und bereitete belegte Brötchen vor. Zum Glück war es größtenteils sonnig, sonst wäre es recht ungemütlich gewesen. Morgens hatten wir wieder einmal Minustemperaturen gehabt. Eigentlich hatte ich Gartenarbeit eingeplant, die Beete müssen dringend vom Unkraut befreit werden. Aber mir war es doch zu kalt und so habe ich es verschoben, nur dem Brunnenbauer zugeschaut und alles fotografiert.
Im vorgebohrten Loch steckt bereits das erste Stück des Rohres.

Damit ein Brunnen gespült werden kann, braucht man natürlich Wasser. Dieses bekommen wir freundlicherweise vom Nachbarn.

Da ist das Becken schon recht voll.

Das nächste Stück Rohr ist aufgesetzt, durch den dicken Schlauch wird das Wasser von oben hineingepumpt.

Stück für Stück geht es nach unten. Hier muss wieder ein neues Rohr aufgeschraubt werden.

Acht Meter Tiefe sind schon erreicht, aber wird das genug sein? Sicher ist sicher, die Entscheidung fällt, noch einen Meter tiefer zu gehen, was dann allerdings das Maximum ist.

Zwischendurch prüft der Brunnenbauer immer wieder, ob lediglich Erde oder auch schon Kies nach oben gespült wird. Kies wäre ein gutes Zeichen, aber so richtig gut sieht es noch nicht aus.

Dies ist der Schlauch für den Brunnen. Das blaue Stück ist der Filter.

Der Kies wird in das Loch gefüllt und bildet die unterste Schicht des Brunnen.

Jetzt wird der Schlauch durch das Rohr bis ganz nach unten geschoben.

Jörg muss festhalten und aufpassen, dass der Schlauch nicht herausrutscht, während der Brunnenbauer die Vorbereitungen für das Herausziehen der Rohre trifft.

Mit Hilfe dieses Gestänges mit Flaschenzug werden die Rohre aus der Erde gezogen - trotzdem ist es Schwerstarbeit.

Endlich ist es geschafft, die Pumpe ist angeschlossen und jetzt wird es spannend. Doch es kommt so gut wie kein Wasser, ein dürres Rinnsal nur tröpfelt aus dem Schlauch. Der Brunnenbauer ist pessimistisch. Das sei nicht genug, sagt er, nein, da komme kein Wasser. Wir sind mehr als enttäuscht, überlegen, ob und wo wir einen weiteren Versuch machen könnten. Ich bin eher dagegen, denn jeder weitere Versuch kostet mehr Geld und wenn wir überhaupt keinen Erfolg haben, ist alles zum Fenster rausgeworfen. Ich “freunde” mich schon mit vielen Regentonnen auf dem Grundstück an, während Jörg mehr zu einer weiteren Spülung tendiert.

Dann meint der Brunnenbauer - ohne größere Hoffnung jedoch - man könne den Schlauch ein Stück herausziehen, vielleicht läge die wasserführende Schicht weiter oben. Keiner glaubt so recht daran, aber probieren kann man es auf jeden Fall. Und siehe da, der Wasserstrahl wird kräftiger und das anfangs bräunliche Wasser wird zunehmend klarer. Wir haben doch noch Glück. Da hätten wir uns sogar den zusätzlichen Meter - und jeder Meter kostet mehr - sparen können.

Das Wasser läuft noch schön gleichmäßig aus dem Schlauch und soll auch noch eine ganze Weile weiterlaufen, damit unten alles freigespült wird und sich das untere Ende richtig festsetzen kann. Es kommen zwar nicht die gewaltigen Wassermassen aus der Erde, aber für ein wenig Gartenbewässerung reicht es allemal.

Schon ist alles wieder abgebaut. McAqua, so der Name der Brunnenbaufirma, hat es heute nach eigenen Aussagen in Rekordzeit, nämlich in nur drei Stunden geschafft. Das lag natürlich auch an der guten Vorbereitung von Jörg.

Der Brunnenbauer ist weg, die eigene Pumpe ist angeschlossen und das Wasser läuft noch schön gleichmäßig aus dem Schlauch.

Ich war nach diesem Vormittag so erledigt, als hätte ich den Brunnen selbst gebaut. Dabei habe ich im Großen und Ganzen nur herumgestanden und ab und zu mal ein Foto gemacht. Und natürlich brannte mir wieder einmal das Gesicht; das kommt davon, dass ich jedes Mal die Kraft der Frühlingssonne unterschätze.

One Response to “Es sprudelt”

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