Gartenwege - Sabines Gartentagebuch

Sonntag, 9. Oktober 2005

Der Baum

Schon lange steht fest, dass in unserem Vorgarten ein kleiner bis mittelgroßer Baum wachsen soll. Da Bäume aber nun etwas teurer sind als die meisten anderen Pflanzen, hatten wir den Kauf noch hinausgeschoben. Auch fiel die Entscheidung, welcher Baum es denn sein sollte, nicht allzu leicht.
Ich wusste zwar genau, was ich nicht wollte (kein Kugel, keine Säule, kein Nadelbaum, nichts Japanisches, möglichst kein Obstbaum), aber was es denn sein sollte, wusste ich überhaupt nicht.
Erst am letzten Dienstag waren wir zum Gucken beim nahegelegenen Gärtner. Ein Tulpenbaum (keine Magnolie!) gefiel mir sehr gut, aber der wird auch wieder 25 Meter hoch. Vielleicht sollten wir doch einen Zierapfel nehmen …
Dann schaute ich mich wieder einmal im Internet nach Bäumen um und stieß auf die Edelkastanie. Interessant, auf diesen Baum wäre ich nie gekommen, weil ich immer dachte, Kastanie ist gleich Kastanie und wird riesig groß. Jedoch hat die Edel- oder Esskastanie nichts mit der Rosskastanie zu tun. Während die Rosskastanie ein Rosengewächs ist, gehört die Edelkastanie zur Familie der Buchengewächse und ist eng mit der Eiche verwandt. Die veredelten Bäume werden auch nur ungefähr sechs Meter hoch. Einen Tag später war ich bei Obi, um Katzenfutter zu kaufen. Keine Frage, dass ich dort einen Blick in die Gartenabteilung war. Ohne große Hoffnung allerdings, denn dort gibt es keine “Baumabteilung”. Doch man muss nur genauer hinschauen, da standen tatsächlich einige Bäume, schön verteilt an den Stirnseiten der Pflanzentische. Und was entdeckte ich? Richtig, zwei Edelkastanien! Und so kamen wir am nächsten Tag plötzlich und unerwartet zu einem Baum.
Hier steht er noch im Container:

Es handelt sich um eine Castanea sativa ‘Variegata’, auch Castanea sativa ‘Albomarginata’ genannt, eine gelbbunte Esskastanie. Die Informationen, die man im Internet über diesen Baum findet, sich allerdings ganz unterschiedlich, sogar widersprüchlich. Teilweise heißt es, er trage essbare Früchte, an anderen Stellen steht, es handle sich um eine Zierform, die nur ganz kleine und nicht essbare Früchte entwickelt. Fraglich ist auch, ob es generell bei einer einzelnen Esskastanie Früchte gibt, denn die männlichen und die weiblichen Blüten blühen nicht gleichzeitig und können sich daher nicht befruchten. Man brauche daher mindestens zwei Bäume oder mindestens einen in der Nachbarschaft. Dann gibt es aber auch wieder Gartenbesitzer, die in Foren berichten, sie hätten nur einen Kastanienbaum und der trüge schon jahrelang Früchte. Wir lassen und also überraschen.

Und so sieht es sonst im Garten aus:
Die englische Rose blüht immer noch, das gefällt mir richtig gut.

Einige Sträucher verfärben sich schon herbstlich:

Die Astern blühen, hier rosa …

… dort unten blau:

Am Samstag haben wir das Bäumchen eingepflanzt. Es ist jetzt ungefähr 1,80 Meter hoch.

Der Baumpfahl sitzt auch schon, nur festbinden muss ich es noch.

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