Gartenwege - Sabines Gartentagebuch

Sonntag, 14. August 2005

Kranke Rosen

Ich bin noch nicht so lange Gartenbesitzerin und kenne mich daher mit den diversen Pflanzenkrankheiten nicht so gut aus. Auch waren meine Pflanzen bisher immer recht gesund, die größten Plagen waren lediglich Blattläuse und die vielen Raupen in diesem Frühjahr.
Jetzt aber bekamen alle meine Rosen schwarze Flecken auf den Blättern. Also warf ich gestern einen Blick ins Gartenbuch und musste feststellen, dass es sich um Sternrußtau handelt. Der tritt bei feuchtem Wetter auf und wenn die Rosen nicht genug belüftet sind. Kein Wunder also bei dem vielen Regen in der letzten Zeit! Ich habe deshalb gestern Nachmittag weitgehend alle befallenen Blätter und Triebe abgeschnitten und mache sonst erst einmal nichts. Die Neuaustriebe sehen auch alle sehr gesund aus. Chemie kommt bei mir nicht in den Garten, auch die Blattläuse bekämpfe ich nur mit Seifenlauge und hoffe auf die Ansiedlung von Marienkäfern.
Ab Dienstag soll das Wetter besser werden, und wenn die Sonne mehr und mehr durchkommt, werden sich die Rosen sicher wieder erholen.

Rankgitter

Eigentlich wollte ich an diesem Wochenende das Rankgitter vor dem Schleppdach bepflanzen. Aber am Freitag war ich erst später als geplant zu Hause, gestern hatte ich keine Lust und heute haben wir wieder einmal Dauerregen. Also müssen die Pflanzen noch ein paar Tage warten.
Es gibt ja eine große Auswahl von Rankpflanzen, aber die meisten verlieren im Winter ihr Laub. Es sollte doch schon etwas Immergrünes sein. Und da wiederum gibt es nicht so viele Pflanzen. Ein Wilder Wein wäre auch sehr schön, doch der wächst viel zu kräftig und wäre etwas übertrieben für dieses kleine Rankgestell. Also sind wir doch bei Efeu gelandet. Zum Glück gibt es verschiedene Sorten und ich habe eines gefunden, das nicht wie das “Standard”-Efeu aussieht. Es heißt mit vollem Namen Hedera colchica “Sulphur Heart”. Dieses Efeu namens “Schwefelherz” hat relativ große Blätter, die innen hellgrün bis gelblich gefärbt sind. Als Wuchshöhe sind zwei Meter angegeben, wobei ich im Internet auch las, dass es bis zu zehn Metern hoch wird. Na ja, abschneiden kann man es ja immer, falls es zu stark wachsen sollte.
Im Moment stehen die Pflanzen noch vor der Gartenhütte:

Samstag, 13. August 2005

Schlechtwetterpause

Seit Mitte Juli ist das Wetter gar nicht mehr sommerlich. Von wenigen einigermaßen warmen und zwei extrem heißen Tagen abgesehen, erreichten die Temperaturen schon lange nicht mehr die 20-Grad-Marke und es regnet immer wieder. Deshalb habe ich so gut wie nichts im Garten gemacht, hin und wieder mal etwas Verblühtes abgeschnitten und an einem trockenen Tag ein Beet von Unkräutern und eingewachsenem Gras befreit.
Trotz des schlechten Wetters zeigen sich mehr und mehr Blüten. Selbst die doch so sonnen- und wärmebedürftige Bougainvillea ist über und über voll mit gefärbten Hochblättern. Wegen des häufigen Regens steht sie mit dem Fuß fast ständig im Wasser, aber das scheint sie nicht zu stören.

Auch die Glockenrebe zeigt endlich einen Blütenansatz. Anfangs ist es recht schwierig, die noch grünen Dinger zu entdecken. Sieht das nicht aus wie Audrey, die Fleisch fressende Pflanze aus dem “Kleinen Horrorladen”?

Irgendwo im Beet war eine Pflanze wild aufgegangen, die ich zunächst einmal an eine freie Stelle umpflanzte, um sie dann zu beobachten. Ich habe keine Ahnung, um was es sich handeln könnte. Im Internet bin ich vor einiger Zeit auf die Seite Baumkunde gestoßen. Dort kann man anhand verschiedener Kriterien Bäume und Sträucher identifizieren. Auf Grund der Blattanordnung und Blattform komme ich auf einen Wildapfel. Ich bin gespannt, ob ich irgendwann dahinter komme, ob das stimmt oder um was es sich tatsächlich handelt.

Am letzten Samstag haben waren wir im Baumarkt und Gartencenter und haben das Zubehör für dieses Rankgitter gekauft. Davor wird ein nicht allzu kräftig wachsendes Efeu gepflanzt. Eine Wuchshöhe von ungefähr zwei Metern sollte hier ausreichen, ich muss da keine Pflanze hinsetzen, die acht bis zehn Meter erreicht.

Die Engelstrompete ist mittlerweile 1,5 Meter hoch gewachsen und hat jede Menge Blüten angesetzt. Dies ist die erste, die intensiv duftet. Sechzehn weitere Blüten habe ich bisher gezählt, aber die brauchen noch eine Weile, um zu wachsen.

Und hier noch ein Foto von der lila Glockenrebenblüte:

Mittwoch, 20. Juli 2005

Lavendelernte

Gestern habe ich den riesigen Lavendelbusch etwas gestutzt und gestützt. Einige Zweige habe ich zu Sträußchen gebunden, sie hängen jetzt an der Gardinenstange.

Die übrigen überhängenden Zweige werden nun von einem Staudenhalter gestützt, so dass sie nicht mehr die Bodendeckerrosen davor erdrücken. Dadurch entdeckte ich, dass eines der Löwenmäulchen vom letzten Jahr dort im Dunkeln heimlich, still und leise gewachsen ist. Es ist nur ein winziges Pflänzchen, aber immerhin hat es zwei Blüten.

Die David-Austin-Rose “Radio Times” hat wunderschöne Blüten und außerdem duftet sie ganz intensiv:

Hier noch ein Blick in den Vorgarten, der nach wie vor nur provisorisch bepflanzt ist. Immerhin war es eine gute Idee, den Großteil der Staudensonnenblumen dorthin zu pflanzen. Sie sind ausgezeichnet gewachsen und fangen bald an zu blühen.

Donnerstag, 7. Juli 2005

Zu heiß

Am Montag war vermutlich der heißeste Tag in diesem Jahr bisher. Das haben mir jedenfalls meine Kübelpflanzen angezeigt, als ich nachmittags nach Hause kam. Bisher waren sie zwar an den warmen Tagen auch trocken geworden und sahen nicht mehr ganz so frisch aus, aber dieses Mal bin ich erschrocken. Als ich das Auto im Carport abstellte, sah ich am Ausgang zum Garten etwas liegen: Sämtliche Tomatenpflanzen hingen wie abgebrochen aus den Kübeln. Die Hitze und außerdem der gewitterankündigende Wind am Nachmittag hatten sie wohl so zugerichtet. Natürlich war ich auch selbst ein wenig schuld, denn bisher hatte ich sie noch nicht an Stäben festgebunden. Aber sie waren ja auch so stabil gewesen … bis zum Montag eben. Ursprünglich wollte ich sofort aus dem Auto in die Dusche springen, weil ich so verschwitzt war. Aber nun hatten die Pflanzen Vorrang. Stäbe für die Tomaten, viel Wasser, und natürlich auch Wasser für die Engelstrompete, die auch schon ganz schlaff nach unten hin. Man sollte an solch heißen Sommertagen wohl eher zweimal täglich gießen. Aber morgens ist das immer so schwierig, da fehlt mir immer jede Menge Zeit.
Die hitzegeschädigten Pflanzen haben sich gut erholt, und bei den Tomaten ist auch nur an einer Pflanze ein halber Stängel abgebrochen.
In den letzten Tagen musste ich mich nicht mehr mit ähnlichen Schwierigkeiten herumschlagen, denn es wurde kühl und seit heute Nachmittag regnet es wenig, aber stetig.

Sonntag, 3. Juli 2005

Blühendes und der Graben

Die Kletterrose Apollo, über die man keinerlei Informationen findet, blüht so wunderschön, dass es egal ist, dass sie keinen “richtigen” Namen hat.

Die Felsenbirne hat in diesem Jahr richtig viele Beeren, die auch lecker schmecken. Ich hatte zuerst überlegt, die Beeren zu ernten, aber ich habe mich dann entschieden, sie den Vögeln als Leckerbissen zu überlassen. Ansonsten kann man sie frisch vom Baum essen, Konfitüre daraus kochen oder einen Likör davon machen.

Dies ist der Marmeladenbusch mit Blüten. Ich bin gespannt, wie groß er noch werden wird.

Gestern habe ich nach längerer Pause mal wieder ein wenig im Garten gewerkelt. Diverse Wildkräuter wollten entfernt werden, die Kübelpflanzen mussten gedüngt werden und an einigen Stellen habe ich abgeschnitten, was zu wild gewuchert war. Mittlerweile ist der Garten so weit gediehen, dass ich keine neuen Pflanzen mehr kaufen muss - oder besser gesagt kaufen darf. Vielmehr werde ich im Herbst und im Frühjahr daran gehen müssen, einige weit um sich greifende Pflanzen wie die Gelenkblumen und die Astern kräftig zurückzustutzen.
Obwohl es nachmittags sehr warm war, haben die Männer im Vorgarten einen Graben ausgehoben und dabei reichlich geschwitzt. Am Haus entlang soll nämlich noch ein Weg gepflastert werden, und die Erde musste Platz für den notwendigen Untergrund machen.

Montag, 13. Juni 2005

Der Garten im Juni

Nach den drei heißen Tagen am letzten Mai-Wochenende wurde es rapide kühl. Die Terrassen- und Gartensaison muss bis jetzt pausieren. In den zwei Wochen habe ich nichts im Garten gemacht. Leider sprießt jetzt wieder das Unkraut, so dass ich auf besseres Wetter und vor allem Lust auf Gartenarbeit hoffe.
Pfingsten war in diesem Jahr einen Monat zu früh gewesen, jedenfalls nach Ansicht der Pfingstrose. Die blühte erst in der letzten Woche auf.

Der Rhododendron ist mittlerweile verblüht, aber an den anderen Stellen im Garten wird es nach und nach bunt werden.

Am Samstag habe ich endlich das Kräuterbeet wieder in eine ordentliche Form gebracht. Sauerampfer und Estragon waren extrem in die Höhe geschossen und mussten abgeerntet werden.
Hier ist die Kräuterausbeute in der Küche zu sehen:

Estragon, Liebstöckel, Schnittlauch, Petersilie, Sauerampfer, Kerbel, Oregano und Zitronenmelisse warten hier auf die weitere Verarbeitung. Ich habe alles von den harten Stängeln befreit und dann portionsweise in der Küchenmaschine klein gehackt. Hier steht das Ergebnis, 14 Behälter à 100 g mit Kräutermischung.

Übrigens haben wir seit einer Woche einen zweiten Komposter. Dieser schlichte Holzkomposter steht im Vorgarten in der rechten Ecke und nimmt ab sofort den Rasenschnitt auf. Für den Schnellkomposter war es einfach zu viel Rasen neben den anderen Garten- und Küchenabfällen. Kostenlos kann man die normalen Mengen Grünabfälle bei den Wertstoffhöfen loswerden. Das bedeutet aber, man muss den Rasenschnitt zunächst in einem Behälter sammeln, denn in der Regel kann man als Mensch, der von ungefähr 8 bis 17 Uhr arbeitet, nur am Samstag dorthin fahren. Der Rasen wartet dann allerdings nicht geduldig, sondern fängt ziemlich sofort an zu gären und stinkt bald so extrem, dass man nicht einmal mehr in die Nähe gehen geschweige denn sich das Zeug ins Auto laden möchte. Natürlich könnten wir den Rasen auch in die Bio-Wertstoffsäcke füllen, die einmal wöchentlich abgeholt werden. Das ist aber wiederum mit Kosten verbunden, denn ein Sack kostet 39 Cent, und vier bis fünf könnten wir bei jedem Rasenmähen bestimmt füllen. Da hat man doch rein rechnerisch von einem Holzkomposter für 8,95 Euro mehr. Lassen wir uns überraschen, ob das Kompostieren gut funktioniert. Mir wäre es auch recht, wenn das Grünzeug nur vertrocknet und zerfällt.

Samstag, 4. Juni 2005

Marmeladenbusch

Per Zufall bin ich an eine noch recht unbekannte Kübelpflanze geraten. Ursprünglich wollte ich den großen Kübel wieder mit Sonnenblumen bepflanzen, und die müssten erst einmal ausgesät werden. Immer wieder dachte ich daran und vergaß es dann wieder. Dann hatten wir Anfang Juni und ich dachte mir, nun sei es zu spät zum Ziehen von Sonnenblumen aus Samen. Also besuchte ich am Mittwoch das Gartencenter, um Ausschau nach einer passenden Pflanze zu halten. Zunächst stieß ich auf Riesenglockenblumen, aber die waren mir mit knapp 20 Euro zu teuer. Winden, Glockenreben, Schwarzäugige Susanne oder Ähnliches gab es gar nicht. Für eine neue Clematis oder ein Geißblatt konnte ich mich nicht so recht entscheiden. Vielleicht ein Kletterobst wie Himbeere oder ein kleiner Zierapfel? Ach, alles nicht so das Richtige. Dann erblickte ich eine Pflanze mit dem merkwürdigen Namen “Streptosolen jamesonii”. Obwohl der Name sich anhörte, als stecke ein Bakterium dahinter, machte die Pflanze einen guten Eindruck. Kletternd sah sie aus und sollte kleine, gelbe, trompetenförmige Blüten haben. Der Preis stimmte auch und so entschied ich mich für ein solches Exemplar.
Dann machte ich mich erst einmal schlau, was ich da genau gekauft hatte:
Streptosolen jamesonii, das Kanarenblümchen, auch Marmeladenbusch genannt, ist ein Nachtschattengewächs. Der noch wenig bekannte Kletterstrauch lässt sich gut als Kübelpflanze halten. Die Pflanze stammt aus den Höhenlagen Kolumbiens und Ecuadors. Der Strauch blüht ab Juni etwa drei Monate. Es gibt die Pflanze mit orangeroten oder gelben Blüten. Im Sommer benötigt sie einen sonnigen und tagwarmen Standort im Freiland, viel Wasser und Nährstoffe. Zur Überwinterung sollte man einen hellen Raum wählen (Gewächshaus, Wintergarten), der nicht zu warm sein darf (optimal 5 bis 10° C).
Das war eine Überraschung! Ich war der Meinung, eine einjährige Kletterpflanze gekauft zu haben und nun hatte ich das Glück, an eine mehrjährige Kübelpflanze gekommen zu sein. Mit dem Überwintern wird es dann allerdings interessant, denn den großen Kübel kann man kaum von der Stelle bewegen. Doch dafür wird sich auch noch eine Lösung finden. Jetzt bin ich erst einmal gespannt auf die Blüten.

Montag, 30. Mai 2005

Vorgeschmack des Sommers

Mittlerweile liegen die Pflastersteine um die Beetränder und auch die Terrassenseite ist fertig. Hinter den Steinen schließt sich eine Lage Kies an und bildet nun einen schönen Abschluss.

Hier werfen wir einen Blick aus dem Vorgarten in den “Hauptgarten”; der Rhododendron ist mittlerweile vollständig aufgeblüht, aus den eingesäten Feuerbohnen sind schon kleine Pflänzchen geworden, Engelstrompete und Oleander treiben frisch aus.

So sieht es von der anderen Seite aus:

Die beiden Clematis “Jackmanii” und “Madame le Coultre” haben schon viele riesige Blüten und auch das Goldgeißblatt dahinter ist kurz vor dem Aufblühen.

Da ist noch eine Terrassenansicht mit dem Kräuterbeet links. Dort wuchert es im Moment gewaltig und ich muss dringend ein wenig abschneiden. Von Freitag bis Sonntag war es so heiß, dass jegliche Gartenarbeit - bis auf das Bewässern - liegen geblieben ist.

Eine Blüte meiner neuen Clematis “Capitaine Thuilleaux”. Die Clematis ist noch sehr klein und leider ist ein Stängel vertrocknet. Doch ich bin mir sicher, dass der Rest schön wachsen wird.

Ein Blick in das Innere einer Schönmalvenblüte:

Und zum Schluss noch eine Nahaufnahme einer aufblühenden Schnittlauchblüte.

Dienstag, 10. Mai 2005

Fraßschäden

Ich wundere mich schon seit einigen Tagen, warum vor allem die Rosen und die Traubenkirsche löchrige Blätter haben. Gestern stellte ich zudem noch fest, dass irgendetwas auch die frischen Knospen der Rosen abfrisst. Entdeckt habe ich lediglich eine einzige kleine grüne Raupe. Heute schaute ich ins Gartenforum von “Mein schöner Garten” und siehe da, viele Gartenbesitzer klagen über Raupeninvasionen. Bei den grünen Raupen handelt es sich um die des Kleinen Frostspanners. Nun weiß ich zumindest, was die Ursache dieses Lochfraßes ist. Tröstlich ist es, dass das Treiben der Raupen bald ein Ende hat, dass sich die Pflanzen in der Regel gut davon erholen und dass sie meine beste englische Rose verschont haben. Vielleicht liegt ihnen der englische Geschmack nicht so?